Schmerzen - was ist das ?

Was sind nun aber Schmerzen?
Schmerzen können durch Rezeptoren ausgelöst werden, die man Nocizeptoren nennt. Physikalische oder chemische Reize erregen diese Nocizeptoren und führen damit zu einer Erregung der zum Rückenmark führenden Nervenfasern. Solche Nocizeptoren gibt es in der Haut, den Sehnen, den Muskeln, der Knochenhaut und in den Kapseln von Gelenken und inneren Organen. Zusätzlich durchdringen marklose Nervenendigungen praktisch alle Gewebe (ausser dem Gehirn). Die Schmerzerregung gelangt ins Rückenmark (Hinterhorn), wo sie auf die nächsten Neuronen (Nervenzellen) übertragen wird. Diese Schaltneuronen haben eine zentrale Aufgabe. Von den 100% über das afferente (zuführende) Schmerzneuron zum Hinterhorn geleiteten Impulsen werden nur etwa 5% über die Hinterstrangsbahn (Tractus spinothalamicus) die Hirnrinde erreichen. Die anderen 95% werden annulliert, dezimiert und auf nicht aufsteigende Interneurone übertragen.
Es gibt nun aber auch Schmerzen, die nicht bzw. nicht mehr von Nocizeptoren ausgelöst und unterhalten werden. Sie sind Folge einer fehlenden Impulsdezimierung und einer Überregung im Rückenmark. Diese Hyperexitation kann wochen- oder jahrelang anhalten. Die Schmerzen werden damit chronisch!

Die Nocizeptoren scheinen übererregbar zu sein; tatsächlich sind es aber die spinalen Interneurone und die übergeordneten Zentren, wie z.B. die Formatio reticularis des Hirnstammes, welche übererregt sind.
Für den Arzt ist es wichtig, akute und chronische Schmerzen zu unterscheiden: 
So kann im akuten Schmerz vor allem eine lebenserhaltende Funktion gesehen werden: Schädliche Einflüsse von aussen und innen werden erkannt und durch geeignete Reaktionen, zu denen auch ärztliche Handlungen zu rechnen sind, abgestellt. 
Dem chronischen Schmerz fehlt diese Warnfunktion. Er kann über die Grundkrankheit hinaus zum Dauerleiden werden, zur Schmerzkrankheit, die das körperliche, seelische und soziale Leben des Betroffenen völlig dominiert.